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Rind, die 8.

Studie von Rind et al, 8. und letzter Teil
Kindesmissbrauch neu definiert
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Kindesmissbrauch nochmals überdacht

Bislang wurde in der Forschung Kindesmissbrauch so übernommen, wie sie im moralischen oder gesetzlichen Kontext definiert war. Dieses Konzept ist zu überdenken: Missbrauch kann in der Forschung nur da vorliegen, wo auch ein Schaden vorliegt. „Ein Verhalten als Missbrauch zu klassifizieren, einfach weil es man es als unmoralisch oder ungesetzlich bestimmt, ist problematisch, denn eine solche Klassifikation verwischt die wahre Natur des Verhalten und seine tatsächlichen Ursachen und Folgen.“ (p46)

Die Geschichte bietet hierzu manches Beispiel. Etwa die Masturbation, die früher als „Selbstmissbrauch“ bezeichnet wurde. Diese Einschätzung verhinderte eine wissenschaftliche Erforschung der Masturbation. Ähnlich ging es der Fellatio, Cunnilingus usw, die noch 1952 von der APA als pathologisch, d.h. krank, eingestuft wurden. So ist es beim Kindesmissbrauch, bei dem auch positive subjektive Einschätzungen berichtet werden, bei dem ein hoher Prozentsatz keine Auffälligkeiten zeigt und somit ein Schaden in vielen Fällen nicht erkennbar ist. Es ist daher sinnvoll, Kindesmissbrauch auf diejenigen Fälle einzuschränken, in denen negative Einschätzungen und Symptome vorlagen, und dies gilt bei nicht-einvernehmlichen sexuellen Kontakten. Wenn dagegen positive und negative Folgen in ein einziges Konzept hineingepresst werden, wird ein künstlicher Schaden für die Nichtgeschädigten erzeugt, wie auch eine unzulässige Verharmlosung des Schadens für diejenigen, die wirklich missbraucht und geschädigt worden sind. Daher wäre es sinnvoll, den Begriff Kindesmissbrauch nur dort anzuwenden, wo er auch sinnvoll ist, zB bei Inzestfällen zwischen Tochter und Vater, bei denen man von wirklichem Schaden ausgehen kann.

Tatsächlich gibt es auch andere Forscher, zB Fishman, die nach ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis kamen, dass der Terminus "Kindesmissbrauch", wie sie ihn selbst zunächst verwendet hatten, falsch war. Insbesondere bei Jungen konnte Fishman im Durchschnitt keine Unterschiede zur Kontrollgruppe finden, selbst Tiefeninterviews mit den "Missbrauchten" ergab keinen Hinweis auf eine Schädigung. Daher änderte auch Fishman seine Definition des Kindesmissbrauchs.

In einer späteren Publikation schreiben die Autoren: "Die Schwierigkeiten der wissenschaftlichen Validität des Begriffs Kindesmissbrauch fallen gerade da ins Auge, wo die wiederholte Vergewaltigung eines 5jährigen Mädchens durch ihren Vater mit dem einvernehmlichen Sex von einem 15jährigen Jungen mit einem fremden Erwachsenen in einen Topf geworfen wird. Diese beiden Weisen von sexuellem Kontakt mit einem einzigen Begriff zu bezeichnen, ist unstatthaft, da das erste Beispiel unzweifelhaft Schäden erzeugt, das letztere höchstwahrscheinlich nicht."

Die Autoren plädieren nicht dafür, den Begriff "Kindesmissbrauch" abzuschaffen, sondern ihn stärker an die wirkliche Schädigung binden.
24.3.06 07:48
 


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